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Im Bereich Berufswahlunterricht und schulische Berufsberatung haben sich in den letzten Jahren deutliche Veränderungen ergeben. Da zu Hause die meisten unserer Jugendlichen keine manuellen Arbeiten mehr verrichten müssen resp. können, fehlt zunehmend das handwerkliche Geschick und Können. Mechanisch-technische und handwerkliche Betriebe haben darum grosse Mühe, ihre Lehrstellen mit geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern zu besetzen. Höhere Schulen (wie Gymnasium, FMS, IMS) haben in unserer Gesellschaft eine sehr hohe Akzeptanz. Der Übertritt wird darum mit Zusatzmassnahmen jeglicher Art stark gefördert. Für Schülerinnen und Schüler, welche den Weg einer Berufslehre wählen, stehen heute zum Glück dank der Berufsmaturität ebenfalls alle Wege an die verschiedenen Fachhochschulen und via Passerelle auch an die Universitäten offen. Eine sehr wertvolle Möglichkeit und für viele ein guter Weg. Die Komplexität in der Berufswahl mit immer neuen und ändernden Berufen hat gewaltig zugenommen. Hingegen haben sich die Möglichkeiten der Jugendlichen, die Berufswelt aktiv zu erleben – wie zum Beispiel bei Ferienjobs – extrem verkleinert. Dem Zeitgeist entsprechend haben sich die formalen Anforderungen an die Lehrstellensuchenden in den letzten Jahren massiv erhöht. Der wirtschaftliche Druck zwingt immer mehr Betriebe dazu, Schnupperlehren aus zeitlichen und finanziellen Gründen nur noch als Selektionsmittel einzusetzen. Selbst bei Informationstagen müssen vermehrt schon Leistungen für eine Teilnahme im Voraus erbracht werden. Durch die Medien- und Filmwelt wird den Jugendlichen eine Scheinwelt mit nur hübschen, gut betuchten und immer viel Zeit habenden Frauen und Männern, die mit exklusiven Autos herum fahren teure Villen bewohnen, immer nur Spass, Ferien und Freizeit haben, vorgezeigt. Selten bis nie können die Schauspielerinnen und Schauspieler bei der Arbeit bewundert werden. Glück, Vermögen und Fun ergeben sich in den Filmen von selbst oder werden ja sowieso von den Eltern finanziert. Wie soll da ein reales Verhältnis zu Geld und Arbeit entstehen? Die elektronischen Medien (Computer, Tablet, Smartphone) haben unsere Jugendlichen verändert. Die vorhandenen Möglichkeiten sind unbegrenzt. Die richtige App – die Aufgabe ist bereits erledigt. Die Jugendlichen denken darum anders, müssen aber immer noch die gleichen, sich wenig ändernden Selektionskriterien erfüllen. Um die Jugendlichen abholen, verstehen, vorbereiten und ausbilden zu können, ist es darum ein Muss, dass sich die Berufswahllehrpersonen in der elektronischen Welt ebenfalls bestens auskennen. Durch den verstärkten Einsatz diverser elektronischer Testsysteme, zum Beispiel dem verordneten Stellwerk- Check, wächst bei den Jugendlichen eine vermehrte Schul- und Leistungsmüdigkeit. Die Freude am Lernen geht zunehmend verloren und wird nur noch auf die test- und leistungsrelevanten Fächer fokussiert. Die Schülerinnen und Schüler müssen selbst für die Berufswahl, die wichtigste Sache der Oberstufe, viel stärker motiviert, angestossen, begeistert und zum Durchhalten aufgefordert und auch begleitet werden. Dank den modernen Medien können sich dafür die heutigen Jugendlichen viel besser präsentieren, sich ins richtige Licht stellen, kommunizieren und darstellen. Diese modernen Hilfsmittel bringen ihnen aber nur einen Vorteil, wenn sie bereit sind, diese aktiv, das heisst verbunden mit einem gewissen Arbeitseinsatz, einzusetzen. Eine längerer Arbeitseinsatz ist aber nicht immer nur Fun und Spass. Wiederum sind darum die Ausbildenden gefordert, die Jugendlichen zu begleiten, sie zu unterstützen und vom Sinn ihres Arbeitseinsatzes zu überzeugen. Was lässt sich zusammenfassend sagen: Unterstützt durch die neuen Medien, kombiniert mit dem vorhandenen Wissen der Jugendlichen, der Systematik und den Erfahrungen der Eltern, Berufsberatern, Coaches und Lehrpersonen findet heute trotzdem, oder vielleicht erst Recht, der ganze Prozess der Berufswahlfindung tiefgründiger und intensiver statt. Der vermehrte, engagierte und gewinnbringende Einsatz aller Beteiligten lohnt sich allemal und leitet so die Jugendlichen, geführt, begleitet und unterstützt, in ihren nächsten Lebensabschnitt, ins Berufsleben hinüber.
Berufswahl & Berufsberatung Veränderungen im Bereich der wichtigsten Weichenstellung der Oberstufe.
Die elektronischen Medien (Computer, Tablet, Smartphone) haben unsere Jugendlichen verändert. Die vorhandenen Möglichkeiten sind unbegrenzt. Die richtige App – die Aufgabe ist bereits erledigt. Die Jugendlichen denken darum anders, müssen aber immer noch die gleichen, sich wenig ändernden Selektionskriterien erfüllen. Um die Jugendlichen abholen, verstehen, vorbereiten und ausbilden zu können, ist es darum ein Muss, dass sich die Berufswahllehrpersonen in der elektronischen Welt ebenfalls bestens auskennen.
Heute findet der Prozess der Berufswahlfindung tiefgründiger und intensiver statt. Dies dank Unterstützung durch die neuen Medien, kombiniert mit dem vorhandenen Wissen der Jugendlichen, der Systematik und den Erfahrungen der Eltern, Berufsberatern, Coaches und Lehrpersonen. Der vermehrte, engagierte und gewinnbringende Einsatz aller Beteiligten lohnt sich und leitet die Jugendlichen in ihren nächsten Lebensabschnitt, ins Berufsleben hinüber.